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Die Geschichte des Horst S.

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Horst SchlämmerHier soll von einem Mann berichtet werden, der sein sehr prägendes Bild in die deutsche Öffentlichkeit brachte, in das Land der Dichter und Denker. Sein Name ist, wie kann es anders sein, Horst Schlämmer. Er lebt in einer rheinischen, mittelgroßen Stadt und ist selbst Rheinländer mit Leib und Seele, was man z.B. an seinem Dialekt merken kann. Wie fest verwurzelt er sich fühlt mit „seinem“ Grevenbroich, erkennt man daran, dass er diese Stadt sogar besungen hat. Nirgendwo anders möchte er leben als dort.

Vor langer Zeit hatte es Horst Schlämmer der Journalismus angetan, in dieser Branche blieb er auch tätig. Durch Hartnäckigkeit und seine unnachahmliche Art hatte er es zum Stellvertretenden Chefredakteur des „Grevenbroicher Tagblatts“ gebracht. Auf diesem Posten sauerte er allerdings schon viele Jahre dahin. Wenn es eine Story zu recherchieren galt, kniete Horst sich voll rein. Strikt handelte er nach seinem Motto:
„Immer janz dicht dran und knallhart nachjefracht.“ Ihn als feinsinnig zu beschreiben, wäre übertrieben, aber stets behielt er sein Gespür für seine Umwelt und die Menschen in seiner Umgebung. Vieles erfuhr er von ihnen, von ihren Freuden und ihren Ängsten. Angefangen bei Arbeitslosigkeit, Unterbezahlung, Umweltproblemen und weiter bei der erschreckenden Wirtschaftskrise und ihren ungewissen Folgen, diese Sorgen nahm er immer ernst und dies zeigte er den Betroffenen auch. Deswegen mochten ihn die Menschen und verziehen ihm seine oft direkte, manchmal auch brüskierende Art. Stets blieb er dabei er selbst, offen, ehrlich und ungekünstelt.
Horst SchlämmerÜber die Ursachen der Sorgen und Nöte machte er sich intensiv Gedanken. Eine Möglichkeit, die Gründe zu erfahren, ergab sich, als in diesem Jahr Wahlen zum Deutschen Bundestag und auf kommunaler Ebene anstanden. Davon wollte das „Grevenbroicher Tagblatt“ ganz groß berichten. Um authentische Berichte veröffentlichen zu können, sollten verschiedene Politiker befragt werden. Diese Aufgabe wollte der Chefredakteur persönlich übernehmen. Darüber war Horst sehr enttäuscht. Aber es kam doch anders. Sein Vorgesetzter war durch eine Unpässlichkeit verhindert, so dass Horst die Chance nutzte und die Interviews führen konnte.
Er sprach mit Vertretern fast aller Parteien, fast jedweder Richtung. Ihm wurden Fragen beantwortet, wodurch sich ihm neue Fragen stellten. Und schließlich kam Horst zu dem Schluss, dass die bestehenden Probleme durch vielschichtige Ursachen entstanden waren, durch Unfähigkeit, Ignoranz, Korruption, Skrupellosigkeit und auch durch Gier, um nur einige zu nennen.
Und alle Politiker versprachen, dass, wenn sie gewählt werden würden, alles besser werden würde. Da stellte sich unser Lokalreporter die Fragen:
Was wollen die wirklich?
Ist das zu schaffen?
Warum das alles?
Horst SchlämmerUnd er kam zu einem überraschenden Entschluss: Er wollte in die Politik einsteigen, es besser machen. Eines seiner neuen Mottos lautete: „Wat die anderen nich können, dat kann isch auch.“ Und er setzte sich ein großes Ziel: Er wollte kandidieren und Bundeskanzler werden. Über die nötigen Modalitäten informierte er sich bei weiteren Befragungen einflussreicher Politiker.
Zuerst musste eine eigene Partei gegründet werden. Das wurde die HSP, die Horst Schlämmer Partei. Als Farbe für diese neue Partei wählte Horst ein neutrales Ocker. Das neue Wappentier der Deutschen sollte der absolut nicht aggressive Bundeshase sein. Die Überraschung in der gesamten Gesellschaft war groß. Der Wahlkampf gestaltete sich als durchaus mühselig, aber Horst gab nicht auf. Er traf sich auch mit Prominenten aus Show, Lifestyle, Sport und Politik und überzeugte mit seiner unkonventionellen Art.

Eine Sache muss noch erwähnt werden, Horst und die Frauen. Trotz seines, nun ja, nicht sehr attraktiven Äußeren im herkömmlichen Sinne, hatte Horst eigentlich schon immer Schlag bei den Frauen. Einige wandten sich zwar ab, andere aber fühlten sich von ihm durchaus angezogen. Manche fühlten sich schon nach zwei Worten von ihm angemacht...
Auch im Wahlkampf konnte Horst auf seine Anziehung bauen. Nicht nur, dass ihn Frauen, die er schon länger kannte, unterstützten, nein, sogar eine Verlobte fand sich unverhofft, die an seiner Seite Kanzlergattin werden wollte. Dann war der Tag der Wahl gekommen. Es wurde spannend.
Weil er im Vorfeld der Bevölkerung aus der Seele sprach- es sollte „mehr für alle...“ - waren ihm 18% der Stimmen prognostiziert worden.
Horst SchlämmerAm Wahlabend saßen Horst und seine Anhänger zusammen in der Stammkneipe und fieberten den Ergebnissen der Hochrechnung entgegen. Dann wurde das Wahlergebnis verkündet: Auf die HSP entfielen mehr als 37%. Das war ein absolutes Traumergebnis. Mit einem Wunschpartner für eine Koalition war eine Regierung zum Greifen nahe. Horst sah sich schon als Kanzler.
Doch dann kam der Schock: Die Sprecherin korrigierte das eben verkündete Ergebnis, denn es war eine peinliche Panne aufgetreten. Wegen eines falsch gesetzten Kommas schien das Wunder perfekt gewesen zu sein, aber der Fehler wurde berichtigt und die HSP kam nur auf 0,37%... Ein betretenes Schweigen trat ein. Dann verließen ihn die meisten seiner Anhänger. Vor allem seine machthungrige „Verlobte“ wandte sich brüsk ab, denn sie hatte es wirklich nur auf den Platz neben dem künftigen Kanzler abgesehen. Nun zeigte sie ihr wahres Gesicht und ließ ihn fallen wie eine heiße Kartoffel.

Wiederum stand Horst Schlämmer allein und widmete sich wieder dem Journalismus. Die Zeit verging und das Leben ging weiter. Gestern schließlich war der Tag der Deutschen Einheit. Bei der Einheitsfeier in seiner Stammkneipe, dem „Wilddieb“, ließ Horst es wieder richtig krachen. Ein Herrengedeck folgte dem nächsten, die Stimmung war grandios und auch einige Damen, die sich dort hin verirrt hatten, wurden gnadenlos angebaggert. Der Abend versprach, heiß zu werden. Besonders eine Dame, auf die er schon seit langem ein Auge geworfen hatte, konnte sich kaum vor seinen Avancen retten. Sie war ganz nach seinem Geschmack, gut aussehend und etwas drall, griffig, so wie es sein musste.

Horst SchlämmerDer folgende Tag dagegen begann schon mies. Anstatt auf den Wecker griff Horst in den überfüllten Aschenbecher. Ein Blick zur Seite, er erwachte allein. Also hatte sich keine Frau von ihm abschleppen lassen, um eine heiße Nacht mit ihm zu verbringen.
Vielleicht war das sogar besser, denn Horst fühlte sich jetzt gar nicht gut. Er hatte eine Gänsehaut, Magendrücken und ein Ziehen in der Herzgegend. Was waren das für Wehwehchen? Sonst litt er immer an Füßen, Rücken und Kreislauf. Er war schließlich Anfang 50, ein gefährliches Alter für einen Mann. War es heute das Herz? Die Leber? (er warf einen Blick auf ein Fläschchen Doornkaat.) Oder war es der Magen? Vielleicht war das letzte Mettbrötchen schlecht gewesen... Oder sollte er mal auf Kur fahren? Das war es sicher. Er würde sich einmal mit einem Bekannten unterhalten, der damit Erfahrungen hatte. Dabei konnte er gleich noch einen Blick auf dessen attraktive Ehefrau werfen, in deren Gegenwart er immer nervös wurde.
Den Tag über wurde es nicht besser mit ihm. Er schaute in den Spiegel und streckte sich die Zunge raus. Sie war etwas belegt. Gut, das Mettbrötchen war ja auch belegt gewesen. Dann sah er auf seinen üppigen Bauch. Ein bisschen Sport könnte sicher nicht schaden. Für den einzigen Sport, den er bisher betrieben hatte, war immer eine Partnerin nötig gewesen… Die hatte er heute nicht. Die Sache mit dem Sport müsste er sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Insgesamt ein wenig kürzer treten konnte auf jeden Fall nicht schaden.

Dann am Abend, saß Horst vor dem Fernseher, in der einen Hand ein Magazin, in der anderen eine Zigarette. Dann liefen die Promi-News. Was dabei gesendet wurde, brachte ihn dazu, seine Zigarette aus der Hand fallen zu lassen. Die Sprecherin verkündete das bevorstehende Ableben von Horst Schlämmer. Darauf brauchte er erst mal einen Doornkaat.
„Wat sacht die? Isch soll bald ableben? Hat dat irgendein Quacksalber in seine Kristallkugel jesehen? Daraus wird nischt, weisse Bescheid! Isch lasse meinen Namen doch nischt oben auf eine Kondolenzliste setzen, wo alle unterschreiben sollen. Die lachen sisch dann eins und isch bin der Blöde, nischt mit mir! Isch wende misch an den Petitionsausschuss des Bundestages und beschwere misch. So jeht dat nischt, kannste verjessen! Solsche unglaubwürdijen Unwahrheiten dürfen die nicht einfach verbreiten! Dat lass isch nischt mit mir machen! Totjesachte leben länger.“ Kämpferisch schaute Horst in die Zukunft: „Das Leben geht weiter… als du denkst.“

© Text by Jana
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