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Holland in Not
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Meldung in der Deutschen Tagespresse:
Der bekannte Lokalreporter Horst Schlämmer ist scheinbar verschwunden. Seit längerem wurde nichts Detailliertes mehr vom Stellvertretenden Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts gehört. Selbst ein verzweifelter Aufruf seiner Bekannten Gisela verhallte unbeantwortet. Gisela macht sich bittere Vorwürfe, Schuld an seinem Verschwinden zu sein, da sie eine wichtige Unterschriftenliste für seine Partei HSP nicht weitergeleitet hatte. Mittlerweile werden schon Horst-Doubles gesucht, für die man im Internet abstimmen kann. Da neben einigen durchaus würdigen Anwärtern sogar Tiere als Bewerber zur Wahl stehen, kann an der Seriosität dieses Ansinnens zumindest gezweifelt werden. Inzwischen wird auch erwogen, eine Hotline für Horst-Sichtungen einzurichten. Einzelheiten darüber sind bisher noch nicht bekannt, wir werden über aktuelle Entwicklungen zu diesem Thema weiter berichten. Einem bislang unbestätigten Gerücht zufolge soll sich Horst Schlämmer im Ausland aufhalten. Angeblich hat er dort um therapeutische Hilfe nachgesucht. Über den Inhalt der vermeintlichen Therapie ist gleichfalls nichts bekannt. Sobald wir nähere Informationen über den Aufenthaltsort, Gemüts- und Gesundheitszustand des Vermissten erhalten, werden wir unsere geneigten Leser umgehend davon in Kenntnis setzen.
Königin BeatrixWährenddessen, allerdings in Unkenntnis der in Deutschland verbreiteten Meldung, räkelte sich Horst Schlämmer am Tisch in einem kleinen gemütlichen Zimmer in einem großen Mehrfamilienhaus, das vor über einhundert Jahren aus roten Backsteinen erbaut worden war. Das Fenster seines Zimmers gab den Blick frei auf einen kleinen beschaulichen Hof, auf den am Vormittag schon der Sonnenschein fiel. Horst sah kurz aus dem Fenster und grunzte zufrieden.
Er hielt sich tatsächlich im Ausland auf. Nicht weit entfernt von der deutschen Grenze hatte er diesen ruhigen Ort für seinen Rückzug gefunden. Aber die Hände gänzlich von seiner journalistischen Tätigkeit zu lassen, vermochte er einfach nicht. So saß er am Tisch, neben sich einen erst halbvollen Aschenbecher, tatsächlich, Horst rauchte schon weniger als jemals zuvor.
Hinter dem Ascher stand eine Flasche mit stillem Mineralwasser. Auch eine Vase mit Blumen hatte sich in das Zimmer verirrt und die Blumen waren nicht einmal verdorrt. Zwar standen sie in Mineralwasser, aber das schien sie nicht zu stören. Horst war sogar rasiert und er wirkte glatt um mehrere Jahre jünger. Nach den Enttäuschungen der letzten Zeit, in politischer Hinsicht und in Bezug auf Frauen, brauchte er diese Auszeit einfach. Die intensiven Gespräche, die er in den letzten Tagen geführt hatte, schienen Wunder gewirkt zu haben.
Er fühlte sich wohler und ausgeglichener denn je. Er wollte zurück zu sich kommen, zu seinen journalistischen Wurzeln. Deshalb stand vor ihm eine vorsintflutliche Schreibmaschine, auf deren Tasten er munter einhieb, dass die Anschläge nur so  knallten. Noch immer hatte er das aktuelle Tagesgeschehen verfolgt und nun ließ dieses ihm keine Ruhe, er musste dazu einfach einen Artikel verfassen. Welche Zeitung diesen veröffentlichen würde, darüber machte sich Horst noch keine Gedanken. Nur das Jetzt zählte. Er schrieb: „Unsere holländischen Nachbarn haben Wut. Ihre Regierung beschloss jüngst, dass für jeden mit dem Auto zurückgelegten Straßenkilometer drei Cent Steuer zu zahlen seien. Per GPS, mit dem jedes Fahrzeug in Zukunft auszustatten ist, wird jede gefahrene Strecke dem niederländischen Finanzamt gemeldet. Für Schummeleien sollen Gefängnis- sowie hohe Geldstrafen verhängt werden. Auch nicht beachtete oder gemeldete Störungen des Gerätes werden bestraft. Aber es wird Ausnahmen geben: Polizei, Armee, Diplomaten sowie der Fuhrpark der Holländischen Königin sind von dieser Abgabe befreit. Schon sind findige Rechner dabei, mögliche Ausweichstrecken durch Belgien und Deutschland zu planen und zu verbreiten, für die der „Holland-Straßen-Dreier“ nicht gilt. Aber es geht auch anders. Da die Oranjes nicht nur unsere lieben Nachbarn, sondern auch unser Brudervolk sind, hier ein kleiner Tipp als brüderliche Hilfe: Die Niederländer müssen sich nur die Befreiung von der Abgabe ihrer Königin zunutze machen. Schon einmal hat jemand, verkleidet als holländische Monarchin, für Aufsehen gesorgt, die Einzelheiten dazu sind allgemein bekannt.“
Horst stockte einen Moment, er erinnerte sich genau an diesen Streich, der damals durch alle Medien ging. Auch er hatte darüber geschrieben, nur dass ihn damals noch keiner kannte. Er fuhr fort: „Wie wäre es, wenn sich alle niederländischen Autofahrer mit typischem Rock, Mantel und Hütchen ausstatteten und so dem nationalen, gierigen Fiskus ein Schnippchen schlagen würden? Bei einer etwaigen Überprüfung durch zuständige Behörden müsste die gut formulierte Antwort lauten: „Ja, ich bin die Königin Beatrix auf dem Weg zum lecker Mittagessen.“
Auch wenn nur ein paar Holländer diesem Vorschlag folgen würden, ein Spaß wäre es allemal. Beim Gedanken daran breitete sich ein diebisches Grinsen auf Horsts Gesicht aus.
© Text by Jana

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